
Der Europäische Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist eine der auffälligsten Amphibien Europas: sein schwarzer Körper mit leuchtend gelben Flecken fällt sofort ins Auge. Die nachtaktiven Tiere leben vor allem in feuchten Laub- und Mischwäldern, oft in der Nähe von Bächen oder Quellen, und verstecken sich tagsüber unter Steinen, Totholz oder Laub. Sie ernähren sich von Insekten, Würmern und Schnecken. Ihre giftige Haut schützt sie vor Fressfeinden.
Zwar kommen Feuersalamander noch in vielen Regionen vor, doch ihre Bestände sind lokal bedroht – besonders durch Lebensraumverlust, Straßenverkehr und den neu eingeschleppten Hautpilz Bsal, der zu massenhaften Todesfällen führen kann.
Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans), der „Salamanderfresser“, breitet sich rasch unter europäischen Schwanzlurchen aus. Für Feuersalamander ist eine Infektion fast immer tödlich. Der Pilz befällt die Haut, frisst regelrechte Löcher hinein und führt vermutlich über eine Sepsis zum Tod. Sichtbare Schäden treten oft erst auf, wenn es bereits zu spät ist. In betroffenen Regionen sterben ganze Populationen aus.
Infektionen lassen sich unter kontrollierten Bedingungen behandeln. Mit einer Wärmetherapie über zwei Wochen bei 25 °C kann der Pilz zuverlässig abgetötet werden, während die Tiere die Behandlung gut überstehen. Ein direkter Rückkehr in das Biotop ist zunächst nicht möglich, da der Erreger weiterhin vorkommt und die Tiere keine Immunität entwickeln.
Für den Feuersalamander wurde ein Artenhilfsprogramm (AHP) ins Leben gerufen, um Schutzmaßnahmen und Zuchtprogramme zu koordinieren. Das Programm arbeitet in einem Netzwerk aus Freilandbiologen, Tierhaltern und Wissenschaftlern, die ihre Expertise bündeln, um die Art und ihren Lebensraum langfristig zu erhalten.
Im Rahmen dieses Programms haben der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Bund Naturschutz (BN) sowie der Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V. (LARS) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die von den Artenschutzexperten von Frogs & Friends begleitet wurde.
Die Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie zeigen, dass Tiere aus unterschiedlichen Standorten in menschliche Obhut genommen werden müssen, um die Art langfristig in Bayern zu erhalten. So sollen genetisch vielfältige Zuchtstämme entstehen, die als Reservepopulation dienen.
Weitere Infos zum Projekt unter: https://www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/amphibien-und-reptilien/feuersalamander/
Der Wildpark ist ebenfalls Teil dieses Netzwerks. Neben zahlreichen freilebenden Feuersalamandern pflegen wir ehemals befallene Tiere und führen Erhaltungszucht durch. Ziel ist es, die Tiere später an geeigneten Stellen wieder auszuwildern.
Wer erfahren möchte, wie Artenschutz bei Feuersalamandern funktioniert und wie die nächste Generation gepflegt wird, kann bei einer Führung spannende Einblicke in die Arbeit des Artenschutzes erhalten