Eine Ziege mit langen, gebogenen Hörnern schaut über einen Holzzaun. Der Hintergrund ist unscharf und natürlich.

Erhalt gefährdeter Nutztierrassen

Wir engagieren uns für den Erhalt alter und gefährdeter Nutztierrassen.
Durch gezielte Zucht sichern wir Nachkommen und bewahren die Vielfalt dieser Tiere für die Zukunft.

Die Rotkopfschafe, auch Rouge du Roussillon genannt, stammen aus den südfranzösischen Pyrenäen und gehören zu den ältesten Haustierrassen Europas. Mit ihren roten Köpfen und Beinen und ihrem robusten, genügsamen Wesen sind sie echte Unikate unter den Schafen.

Heute ist diese Rasse vom Aussterben bedroht und nur noch in wenigen Beständen erhalten. Der Erhalt dieser Tiere bewahrt genetische Vielfalt, traditionelle Landschaftsnutzung und ein Stück kulturhistorisches Erbe.

Forschungsprojekt: Ovine Herpesvirus 2 (OHV 2)
Parallel zum Artenschutz läuft ein Forschungsprojekt zum Ovine Herpesvirus 2 (OHV 2). Dieses Virus kommt bei Schafen vor und kann bei Rindern und Hirschen die ernsthafte Erkrankung Bösartiges Katarrhalfieber (BKF) auslösen. BKF ist eine schwere, oft tödlich verlaufende Erkrankung. Schafe selbst tragen das Virus meist ohne Symptome in sich, sie sind also für sich selbst nicht gefährdet, können das Virus aber auf Rinder und Hirsche übertragen.

Unsere Rotkopfschafe stammen von OHV 2 positiven Elterntieren, sind selbst jedoch OHV 2 negativ. Um den Status der Tiere zu überwachen, werden sie vierteljährlich durch Blutentnahme untersucht.

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Können OHV 2-positive Eltern trotzdem gesunden Nachwuchs haben, wenn die Jungtiere frühzeitig getrennt werden?

Diese Fragestellung ist wichtig, weil sie aufzeigt, ob sich das Risiko einer ungewollten Übertragung reduzieren lässt, ohne die genetische Vielfalt und Entwicklung der Rasse zu gefährden. Ein positiver Befund muss demnach nicht automatisch bedeuten, dass Nachkommen ebenfalls infiziert sind – wichtig für Zucht, Haltung und Gesundheitsmanagement von Schaf und Rinderbeständen

Vier Schafe stehen dicht beieinander in einem schlammigen Gehege und schauen direkt zur Kamera.

Selten, unbeschreiblich niedlich und überraschend intelligent: Thüringer Waldesel gehören zu einer der ältesten mitteldeutschen Haustierrassen. Ursprünglich in Westthüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verbreitet, waren sie früher auch als „Mülleresel“ oder „Steinesel“ bekannt. Typische Merkmale sind der dunkle Aalstrich auf dem Rücken, das Schulterkreuz, die dunklen Beinstreifen und das charakteristische Mehlmaul.

Diese robusten Esel wurden früher als Arbeitstiere eingesetzt – die berühmten Wartburgesel trugen im Mittelalter Lasten für die Burgbewohner.

Trotz dieser historischen Bedeutung wurden Thüringer Waldesel erst 2019 als eigene Rasse anerkannt und waren zu dem Zeitpunkt mit nur wenigen verbliebenen Tieren fast ausgestorben.

Der Wildpark hält aktuell vier Stuten und einen von insgesamt vier Hengsten, um die Zukunft dieser einzigartigen Rasse zu sichern.

Ein Esel steht auf einer grünen Wiese, umgeben von weiteren Eseln. Das Fell ist grau und das Tier schaut nach unten.

Waldschafe stammen vom alten Zaupelschaf ab und gehören zu einer der ursprünglichen Schafrassen Süddeutschlands. Sie sind eine stark gefährdete Haustierrasse, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet vom österreichischen Waldviertel über den Böhmerwald bis zum Bayerischen Wald reichte. Früher waren sie auch in den voralpinen Regionen Bayerns verbreitet.

Die Tiere sind genügsam, robust, wetterhart und anpassungsfähig. Sowohl Böcke als auch Schafe können behornt oder unbehornt sein. Charakteristisch sind ihr feingliedriger Körperbau, der lange, bewollte Schwanz und ihre Mischwolle, die sich hervorragend zum Spinnen oder Filzen eignet. Besonders wertvoll ist die Vielfalt im Aussehen, die durch die verschiedenen ursprünglichen Populationen erhalten bleibt – beim Waldschaf gilt: „typisch ist, untypisch zu sein“.

Die Tiere sind ausgesprochen fruchtbar: Waldschafe lammen meist dreimal in zwei Jahren, häufig mit Zwillingslämmern, und der Schwerpunkt der Geburten liegt im Winter.

Zwei Schafe berühren sich sanft mit den Köpfen auf einer Weide.

Die Pommernente, ist die älteste Entenrasse in Deutschland. Ihr auffälligstes Merkmal ist der weiße Latz auf ansonsten dunklem Gefieder. Sie gehört neben den Laufenten zu den eifrigsten Schneckenvertilgern.

Der Wildpark hält derzeit einen Erpel und drei Enten.

Mehrere schwarze Enten ruhen auf moosbedeckten Steinen am Rand eines kleinen Teichs im Freien, umgeben von grünem Laub und Holzstrukturen.

Das Soay-Schaf gilt als vermutlich älteste noch existierende Schafrasse der Welt und entspricht im Typ den Hausschafen der Bronzezeit. Historische Hinweise deuten darauf hin, dass wohlmöglich Wikinger die Schafe auf die Insel Soay brachten. Daher wird das Soay-Schaf oft als „Schaf der Wikinger“ bezeichnet.

Da sie nie mit anderen Schafen gekreuzt oder gezielt gezüchtet wurden, haben sie ihre ursprünglichen Merkmale wie Wildfarbe, Wetterhärte und Unabhängigkeit vom Menschen bewahrt. Im Juni wechseln die Tiere ihr Fell, eine Schur ist nicht erforderlich. Ihre grobe Wolle wird durch „Pflücken“ gewonnen. Soay-Schafe eignen sich zudem gut zur Landschaftspflege.

Im Wildpark halten wir dunkel- und hellbraune Vertreter dieser Rasse.

Ein Schaf mit braun-weißer Wolle und gebogenen Hörnern steht im Freien, Ohrenmarke am Ohr, grüner, unscharfer Hintergrund.

Die Thüringer Waldziege ist die einzige eigenständig gezüchtete Ziegenrasse Deutschlands – robust, leistungsfähig und tief in ihrer Heimat verwurzelt. Im Thüringer Wald galt sie über Jahrhunderte als die „Kuh des kleinen Mannes“. Köhler, Holzfäller und Bergwerksleute hielten Ziegen, weil sie mit wenig auskamen und dennoch nahrhafte Milch lieferten. Für viele Familien waren sie unverzichtbar.

Als eigenständige Rasse ist die Thüringer Waldziege vergleichsweise jung. Erst 1887 holten Thüringer Züchter Toggenburger Ziegen aus der Schweiz, um die Milchleistung der heimischen Tiere gezielt zu verbessern. Die daraus entstandene Linie trug zunächst den Namen „Thüringer-Toggenburger“, später setzte sich die Bezeichnung Thüringer Waldziege durch.

In unserem Wildpark lebt derzeit eine kleine Herde aus vier Ziegen und einem Kastraten. Perspektivisch soll wieder ein Zuchtbock hinzukommen, um Nachwuchs dieser bedrohten Rasse zu ermöglichen. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zum Erhalt einer seltenen, traditionsreichen Ziegenrasse aus Deutschland.

Eine Ziege mit großen, gebogenen Hörnern schaut neugierig über einen hölzernen Zaun im Freien.
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